Jahresbericht 2011
   
 

Bericht des Vorstands

   
  Liebe Mitglieder, Freunde und InteressierteDas Jahr 2010 war geprägt von einer stabilen und kontinuierlichen Arbeit im Quartierverein.
Die Projekte, bei welchen der Quartierverein die Trägerschaft inne hat, verliefen reibungslos und mit viel Engagement.
An den schönen Donnerstagabenden traf sich eine grosse Kinderschar auf dem Spielplatz an der Ecke Looslistrasse-Bethlehemstrasse. Urs Kriech und Ernesta Kräuchi öffneten ihre „Spielkiste“ und dann wurde gespielt, gerannt, gebaut, gebastelt und geschwatzt. Diese Spielabende sind eine grosse Bereicherung für die Kinder im Quartier und wir freuen uns schon wieder darauf, wenn die Abende wieder genug warm sind und die „Spielkiste“ wieder geöffnet werden kann.
Die Frauen von „Ich und mein Quartier“ trafen sich im 2010 regelmässig zwei Mal im Monat an den Samstagabenden im Treffpunkt Untermatt. Gesprochen wurde über den Alltag, die Freuden und Sorgen und dabei entwickelten die Frauen eine Gemeinschaft, welche sich für das Quartier vermehrt einsetzen möchte. Ein Projekt, welches im Frühling 2011 aus dieser Gruppe heraus entstehen wird, ist ein Blumenwettbewerb an der Looslistrasse 58-72. Blumenkisten und Aufhängevorrichtungen werden gratis abgegeben und dann geht es los mit kreativem Blumenpflanzen. Am Quartierznacht vom 1. Juli wird der schönste Blumenschmuck prämiert und erhält einen Preis.
   
 
   
  Am Untermattweg haben wir zusammen mit der Burgergemeinde und der Stadt über eine allfällige Lösung des grossen Parkplatzproblems gesprochen. Da bisher in diesem Abschnitt keine Kontrollen durchgeführt wurden, wurde oft wild parkiert und teilweise Hauszugänge mit Fahrzeugen blockiert. Nun werden die bestehenden Parkplätze neu markiert und die Securitas beauftragt, regelmässig Kontrollen durchzuführen. Damit ist zu hoffen, dass sich die Situation beruhigen und die Sicherheit für die AnwohnerInnen und besonders für die Kinder verbessern wird.
Am 7. Mai fand eine Aufräumaktion mit der Quartierbevölkerung und den Kindertreffs JoJo und Tscharni statt. Wir haben sehr viel Abfall im Quartier gesammelt und diesen beim Spielplatz Looslistrasse-Bethlehemstrasse aufgehäuft. Dort wurde er von den Mitarbeitern des Entsorgungshofs Fellergut fachgerecht entsorgt. Es war eindrücklich zu sehen, wie Kinder und Erwachsene zusammen in Gruppen im Quartier unterwegs waren und sich für ein sauberes Quartier eingesetzt haben.
   
 
   
  Am 25. Juni fand das alljährliche Quartierbräteln an der Ecke Looslistrasse-Bethlehemstrasse statt. Dies ist immer eine sehr schöne Gelegenheit zusammen zu Essen und sich auszutauschen. Im 2011 findet der Anlass am 1.Juli statt.
Im August wurde der Spielplatz an der Looslistrasse 9 eingeweiht. Dieser Platz bietet der Quartierbevölkerung einen angenehmen Platz zum Verweilen und Spielen. Zudem findet dort im Sommer am Mittwoch- und Freitagnachmittag das Spielangebot des Kindertreffs JoJo statt.
Der Samichlousenanlass am 5. Dezember war wie jedes Jahr ein sehr grosser Erfolg. Die Frauen von „Ich und mein Quartier“ haben in freiwilliger Arbeit die Säckli vorbereitete, welche der Samichlous dann an diesem verschneiten Sonntagabend den Kindern gegen ein Värsli oder Lied abgeben konnte.
Und zu guter Letzt ist da ja noch das Tram ins Quartier gekommen …
Herzliche Grüsse im Namen des gesamten Vorstands Untermatt
Ursula Oberer
   
 
   
   
  Ich und mein Quartier
   
  Dass ich mich zu Hause fühle, nicht nur in meinen vier Wänden, sondern auch in meinem Quartier, das ist das Ziel dieses Projekts.
Seit gut einem Jahr treffen sich während der Schulzeit vierzehntäglich 8-10 Frauen aus dem Untermattquartier mit Fatime Mahmuti im Untermatt Treff. Damit die Frauen sich ungestört unterhalten können, werden die Kinder von Mia Deva gehütet. Bei Kaffee und Kuchen werden dann unterschiedlichste Alltagsprobleme diskutiert.
So machten sich die Frauen Gedanken darüber, warum immer wieder schlecht über das Untermattquartier berichtet wird. Liegt es daran, dass hier so viele Ausländerinnen und Ausländer leben? Liegt es an den Müllsäcken, die manchmal längere Zeit am Strassenrand stehen und nach und nach zerfleddern?
Es wird angeregt diskutiert und gemeinsam denken die Frauen darüber nach, was sie dazu beitragen können, dass sich alle Bewohnerinnen und Bewohner im Quartier wohlfühlen.
Viele der Frauen waren sich beispielsweise nicht bewusst, dass es im Zusammenhang mit der Müllabfuhr Regeln und Vorschriften gibt. In der Diskussion merkten sie aber bald einmal, dass es Sinn macht, die Abfallsäcke erst am Vorabend der Müllabfuhr an den Strassenrand zu stellen. Aktiv haben sich die Frauen dann auch am Aktionstag „Wahre Werte“ am 7. Mai 2010 beteiligt.
Anlass zu Konflikten gibt auch immer wieder die gemeinsame Benützung der Waschküche. So erzählte eine Frau, dass in ihrem Haus einzelne Frauen ihre Wäsche nicht rechtzeitig abnehmen und die Waschküche schmutzig hinterlassen würden. Fatime ermutigte die Frau, ihre Mitbewohnerinnen direkt anzusprechen. Voraussetzung für ein gelingendes Gespräch ist allerdings eine sorgfältige Kommunikation. So diskutierten sie darüber, wie man auch heikle Themen ansprechen kann, ohne einander zu verletzen. Nur eine Woche später konnte die Frau dann berichten, dass sie mit ihrer Nachbarin ein gutes Gespräch hatte und sich die Situation nun deutlich verbessert habe.
   
 
   
  Eine andere Frau wies darauf hin, dass in ihrem Haus der Lift immer wieder blockiert sei. Offenbar drückten Kinder sämtliche Knöpfe, damit der Lift in jedem Stockwerk hält. Fatime suchte dann den Kontakt zu den Kindern. Für die Kinder war es ein Spiel. Ihnen ging es darum, andere Kinder daran zu hindern, den Lift zu benützen. Dass damit auch für alle anderen Hausbewohnerinnen und –bewohner der Lift blockiert wurde, hatten sie sich nicht überlegt. Nach dem Gespräch mit Fatime waren sich die Kinder einig, dass das Lift-Spiel nicht so toll ist.
Neben der Diskussion von Alltagsfragen äussern die Frauen im Gespräch mit Fatime auch ihre ganz persönlichen Anliegen. Fatime gibt Informationen, weist auf Angebote und Dienstleistungen hin, vermittelt Kontakte und ermutigt die Frauen, auch ihre Männer in die Diskussion einzubeziehen. So erfahren die Frauen in den Gesprächsrunden mit Fatime, dass sie ihre Bedürfnisse äussern dürfen, ernst genommen werden und ihren Beitrag zu einem wohnlichen Quartier leisten können. Sie werden ermutigt, Kontakte zu knüpfen und sich ihre Wohnumgebung aktiv anzueignen, damit sie schliesslich sagen können: Das ist wirklich mein Quartier. Hier fühle ich mich wohl, hier bin ich zu Hause.
Hans Roder
   
 

Offene Arbeit mit Kindern

   
  Der Frühling ist da, die Krokusse blühen, ich sitze auf meinem noch unbeblumten Balkon und staune wie mit den ersten Sonnenstrahlen massenweise bekannte, aber auch neue Gesichtchen aus ihren Winterlöchern rauskommen und die Plätze vor unserem Haus beleben. An schönen Sommerabenden sind es oft bis zu 50 Kinder, und die letzten Lacher verstummen gewöhnlich erst nach Sonnenuntergang.
Entsprechend sieht es bei unseren betreuten Spielangeboten Kindertreff Jojo und Spielchischte auf den beiden neuen Spielplätzen aus. Es ist endlich genügend Platz, um allen Kindern, gross und klein, gerecht zu werden; entsprechend gross ist der Andrang.
Unser Angebot für die Kinder dieses Jahr wird ähnlich aussehen wie letztes Jahr: Im Kindertreff Jojo spielen wir jeden Mittwoch- und Freitagnachmittag an der Looslistrasse 9 resp. Treffpunkt Untermatt während des Winterhalbjahres. Zwischendurch wird das Jojo wiederum Spezialangebote wie Quartierputzete, Wasserrutsche, Giele- und Modiübernachtung organisieren. Auch die Spielchischte ist wieder geöffnet, jeden Donnerstagabend bei schönem Wetter ab halb fünf. Beide Angebote, Kindertreff Jojo und Spielchischte, sind für alle Kinder offen und kostenlos.
   
 
   
  Eine weitere erfreuliche Nachricht ist, dass das Mutter-Kind-Deutsch auch nächstes Jahr doppelt angeboten wird, resp. ein Nachmittag für die Mütter und die Kinder, ein Nachmittag nur die Kinder. Schwerpunkt ist die Förderung der deutschen Sprache, und es hat sich in der Pilotphase gezeigt, dass wir durch das erweiterte Angebot sehr viel bessere, eindeutig sichtbare Ergebnisse erreichten. Die Möglichkeit, dass Mütter und Kinder zusammen Deutsch lernen, wird sehr geschätzt; mittlerweile sind unsere Kurse jeweils innert kurzer Zeit ausgebucht.
Nebst der sehr beliebten Herbstwoche auf dem Weyerlispielplatz erweitern wir auch unser Ferienprogramm. Die erste Frühlingsferienwoche werden wir mit den Kindern in der Natur verbringen, im Wald und auf einem Bauernhof. In den Sommerferien findet neu ein Westwind-Kulturprojekt in der Untermatt statt: Wir drehen mit den Kindern einen Film.
Dieses Jahr wird also wieder viel geboten für die Kinder. Das ist sehr wertvoll und nötig, ist doch die Untermatt immer noch das kinderreichste Quartier der Stadt, und das auf sehr engem Raum. Zudem können wir stolz sagen, dass wir dank vielen freiwilligen Mithelfern ein ausserordentliches Preis-Leistungsverhältnis vorweisen können.
Urs Kriech
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
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